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Leitlinien

Am 28. Mai 2001 hat die Steiermärkische Landesregierung die Errichtung des „Zukunftsfonds Steiermark“ beschlossen. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, innovative und zukunftsweisende Projekte zu fördern, um den Standort Steiermark zu stärken und auf die europäischen und globalen Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte vorzubereiten.

Durch die Unterstützung der Bereiche Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung, Technologie, Qualifikation, Jugend sowie Kunst und Kultur sollen besondere Impulse für die künftige Entwicklung der Steiermark gesetzt werden. Am 3. Juli 2001 erfolgte die Beschlussfassung des Gesetzes über den Zukunftsfonds Steiermark durch den Steiermärkischen Landtag.

Für die fachliche Beratung bei der Erstellung der Förderungsrichtlinien und Förderungsprogramme sowie bei der Förderungsvergabe sind zwei Gremien vorgesehen, das Kuratorium und der Expertenbeirat. Das Kuratorium ist für die strategische Planung und die Koordinierung der Fondsaktivitäten zuständig und fungiert als Plattform für den Informationsaustausch zwischen den an der Realisierung des Fondszweckes interessierten Personen, Gruppen und Institutionen. Der Vorsitzende des Kuratoriums ist der Landeshauptmann der Steiermark. Zur Unterstützung der Arbeit des Kuratoriums, zur Begutachtung der Förderungsansuchen und zur Ausarbeitung von Förderungsempfehlungen wurde beim Amt der Steiermärkischen Landesregierung ein Expertenbeirat eingerichtet.

Der Fonds wird im Wesentlichen durch Mittel aus Privatisierungserlösen dotiert. Der Fonds stellt damit ein Instrument der regionalen Wirtschaftspolitik dar, durch das besondere Impulse für die künftige Entwicklung der Steiermark gesetzt werden sollen. Die unterstützten Projekte und Initiativen sollten zur Umsetzung folgender Vision über die internationale Positionierung der Steiermark (Profil 2008) beitragen:

Die Steiermark als Hightech-Produktions-Zentrum

Insbesondere in zukunftsträchtigen Bereichen wird die industrielle Tradition weiterentwickelt. Durch die Integration von Forschung und Entwicklung in die wirtschaftliche Produktion einerseits und die Interaktion von Wirtschaft und Wissenschaft andererseits entwickelt sich die Steiermark als international anerkannter Hightech-Standort.

Die Steiermark als Lebensraum mit hoher Qualität

Die Steiermark ist nicht nur bekannt für ihre Wirtschafts- und Technologieorientierung, sondern auch für ihre kreative Kulturszene und eine Vielzahl touristischer Highlights. Besonders in sozialer und ökologischer Hinsicht steht dieses Land für Lebensqualität. 

Die Steiermark als Bindeglied zwischen der EU und Südosteuropa

Die Steiermark übernimmt eine aktive Rolle im kulturellen und wirtschaftlichen Austausch zwischen den Staaten. Sie schafft dazu die entsprechende Infrastruktur, verfügt über die notwendigen Dienstleistungen und über Erfahrung im Aufbau von Netzwerken.

Die Steiermark als hochrangiger Forschungs- und Qualifizierungsstandort

Die Steiermark ist aufgrund ihrer anerkannten Kompetenz in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Bildung und Ausbildung attraktiv für internationale Unternehmen, Lehrende, ForscherInnen und ArbeitnehmerInnen.

 

Strategische Grundsätze

Für den Zukunftsfonds gilt das Subsidiaritätsprinzip. Diesem Prinzip folgend sollen in Fällen, in denen es möglich ist, die bestehenden Förderungsinstrumente, insbesondere jene des Bundes, herangezogen werden. Projekte oder Programme, die im Rahmen des Zukunftsfonds unterstützt werden, sollen folgenden Grundprinzipien entsprechen:


Konzeptive Arbeiten zur Sicherung der langfristigen und nachhaltigen Entwicklungsfähigkeit der Steiermark

Der Zukunftsfonds beauftragt und fördert insbesondere konzeptive Arbeiten, die zur Sicherung der langfristigen und nachhaltigen Entwicklungsfähigkeit der Steiermark beitragen. Darunter können beispielsweise Vorstudien für die technologie- und wirtschaftspolitischen Schwerpunktsetzungen, das Ausloten von Kooperationspotenzialen für den Raum Südost, Planungsgrundlagen und entsprechende Planungsarbeiten oder auch prospektive Analysen (beispielsweise Analysen des vorhandenen oder erforderlichen Qualifikationsbedarfs) fallen.

Projekte mit Pilotcharakter

In den jeweiligen Themenbereichen (Technologie, Wirtschaft, Wissenschaft, Qualifizierung, Jugend, Kultur) werden insbesondere Pilotprojekte gefördert, die einen besonderen Nutzen und eine besonders hohe Multiplikatorwirkung für die Steiermark erwarten lassen. Die Pilotprojekte sollten bei erfolgreichem Abschluss auch in ein Mainstream-Förderprogramm übernommen werden können oder im Sinne eines Demonstrationsprojekts als Anreger und Multiplikatoren dienen können.

Anschubfinanzierung für neue Infrastrukturen im Bereich Forschung, Bildung oder Ausbildung

Jene Förderungen können dann gewährt werden, wenn sie internationale Anziehungskraft entwickeln und Alleinstellungsmerkmale für die Steiermark darstellen.

Unterstützung der Zukunftspotenziale von Unternehmen

Die Förderung von einzelbetrieblichen Maßnahmen erfolgt über die Verstärkung von Programmen zur Wirtschafts- und Technologieförderung, die besonderen Innovationscharakter aufweisen oder bisher eine subkritische Ausstattung aufwiesen. Die Abwicklung kann in Zusammenarbeit mit bestehenden Förderungsinstitutionen erfolgen.

Programmorientierte Forschungsförderung

Die Förderung von Forschung erfolgt bevorzugt für übergreifende Projekte, die verschiedene Institutionen vernetzen. Dabei werden nicht nur technische und naturwissenschaftliche Bereiche, sondern auch andere Disziplinen wie beispielsweise humanwissenschaftliche Vorhaben gefördert.

Ergänzende Kofinanzierung

Projekte, die den grundsätzlichen Intentionen des Zukunftsfonds entsprechen, eine Teilfinanzierung von EU oder Bund mitbringen und einen besonderen Nutzen für die Steiermark aufweisen, können - unter Wahrung der Wettbewerbsregeln - entsprechend ausfinanziert werden.

 

Aktivitätsfelder und Schwerpunkte

Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur der Steiermark weist insgesamt im europäischen Vergleich noch Schwächen auf - so ergibt sich ein natürlicher Rückstand in der F&E-Quote der Unternehmen in der Steiermark, der durch die Branchenstruktur erklärbar ist. Eine Erhöhung der privaten Forschungsaktivitäten erfordert einen weiteren strukturellen Wandel in Richtung High-tech-Produkte und Dienstleistungen. Eine weitere Festigung und Sicherung des Standortes erfordert somit Unterstützungsleistungen in unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft. Das Spektrum an möglichen Maßnahmefeldern reicht hierbei von Clustern über Träger für technologische Zukunftspotenziale bis hin zu Projekten nachhaltigen Wirtschaftens.

Der Zukunftsfonds wird daher folgende Unterstützungsmaßnahmen anbieten:

Unterstützung der Zukunftspotenziale von Unternehmen durch Programme zur Wirtschafts- und Technologieförderung
Programme, die der Wirtschafts- und Technologieförderung entsprechen, sollen jeweils von steirischen Förderungseinrichtungen vorgelegt werden (mit entsprechender Begründung über die jeweilige Zusätzlichkeit). Wesentlich ist dabei auch der Pilotcharakter solcher Programme; sie sollen somit nicht allein auf Awareness ausgerichtet sein, sondern durch ihre Implementierung einen innovativen Impuls bewirken können.

Überbetriebliche Förderung - Clusterorientierte Maßnahmen
Unterstützungswürdige Projektvorschläge sollen entweder helfen, bereits bestehende Cluster weiter zu entwickeln oder neue Initiativen in Sektoren mit hohem Potenzial entstehen zu lassen. Einerseits können Projektförderungen für Maßnahmen in den vorhandenen Clustern gewährt werden. Wesentlich ist die aktive Beteiligung von mehreren Clusterbetrieben in einem Projekt sowie das klare Aufzeigen eines langfristigen Nutzens für alle Beteiligten. Weiters werden neue Initiativen oder der Aufbau von strategischen Netzwerken unterstützt (Arbeiten und Sondierungen in den Vorphasen einer Clusterentwicklung sowie die notwendigen Maßnahmen zum Aufbau und zur Führung des Netzwerkes).

Initiativen zur Stärkung der Internationalisierung der Steiermark
Mit der noch jungen Osterweiterung der EU ergeben sich für die Steiermark neue Chancen. Mit der Integration von Teilen Sloweniens, Nordkroatiens und Westungarns in einen zukünftigen Wirtschaftsraum Südost bietet sich nicht nur die Möglichkeit der Belebung von Kooperationspotenzialen, sondern auch jene kritischen Massen bilden zu können, die im europäischen Standortwettbewerb interessant sind. Für eine aktive Zukunftsgestaltung der Steiermark sind Maßnahmen und Projekte notwendig, die dazu beitragen, die Vision eines derartigen Wirtschaftsraumes zu realisieren. Internationalisierung bedeutet in diesem Kontext somit vor allem Interregionalisierung der steirischen Wirtschaft. Von großem Interesse sind hier vor allem Projekte, die sowohl die Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit erleichtern als auch die vorhandenen Kernkompetenzen respektive Leistungen der regionalen Betriebe auf diesem neuen Markt gezielt positionieren.

Initiativen, die nachhaltiges Wirtschaften anstreben
Strategien und Methoden nachhaltigen Wirtschaftens haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Kernbereich steirischer Innovation entwickelt. Diese Kompetenzen sollten gezielt weiterentwickelt werden, zumal die langfristigen Chancen für derartige Kompetenzen im (erweiterten) gemeinsamen europäischen Markt weiterhin wachsen dürften. 

 

Wissenschaft, Forschung, Technologie

Standortpolitik wird zunehmend zur Innovations- und Technologiepolitik. Die Steiermark vertritt hier eine vergleichsweise starke Position, bei der allerdings strukturelle Defizite im Innovationsverhalten sowie eine eher defensive Innovationsstrategie bestehen. Neue Rahmenbedingungen in diesem Bereich würden eine erweiterte Gestaltungsfreiheit ermöglichen (zB Vollrechtsfähigkeit der Universitäten). Um bestehende Defizite auszugleichen und die erweiterte Gestaltungsfreiheit zu nützen, unterstützt der Zukunftsfonds folgende Initiativen:

Initiativen zur Sicherung und Verbesserung des wissenschaftlichen Humankapitals
Unterschiedlichen Formen der Akquisition von hochqualifizierten Personen für die Arbeit in Forschung und Lehre und in der unternehmerischen F&E wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Initiativen zur Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft
Förderungswürdig sind Initiativen und Pilotprojekte, die eine Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf Initiativen und Projekten liegen, die die Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in wirtschaftlich verwertbare Produkte oder Dienstleistungen zum Inhalt haben. Im Sinne der bereits vorher dargestellten Programmorientierung der Forschung sind hier auch Kompetenzzentren-Programme zu nennen. Durch den Zukunftsfonds Steiermark sollen insbesondere Kompetenzzentren gefördert werden, in denen eine programmorientierte Forschung unter Einbeziehung von Wirtschaftsunternehmen durchgeführt wird.

Initiativen zur Unterstützung der Internationalisierung
Gefördert werden Programme zur Unterstützung der Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung sowie Initiativen zur Positionierung der Steiermark als Forschungs- und Technologiestandort im Rahmen des Europäischen Forschungsraumes.

Anschubfinanzierung für neue Forschungsbereiche und Institute
Derartige Vorhaben können gefördert werden, wenn eine ausreichende Einbettung in die regionale Wirtschaft gewährleistet ist und/oder internationale Anziehungskraft und Ausstrahlung erreicht werden kann.

Weitere Forschungsprogramme
Hier werden insbesondere interdisziplinäre Forschungsprogramme gefördert, an denen sich sowohl Experten aus Technik und Naturwissenschaften als auch aus Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften beteiligen. Diese Forschungsprogramme sollen Optionen eröffnen und zu einem besseren Verstehen von Entwicklungen, von denen die Steiermark (potenziell) betroffen ist, beitragen und „Orientierungswissen" vermitteln.


Qualifikation

Die regionale Innovationsfähigkeit ist besonders vom Qualifikationsniveau des Arbeitskräfte abhängig. Um im internationalen Wettbewerb einen Spitzenplatz einnehmen zu können, ist es notwendig, sowohl im Bereich sozialer Integration neue Wege zu gehen als auch vorhandene Stärken bewusst weiter auszubauen und hochqualifizierte Arbeitskräfte (und damit Betriebe) unter anderem durch attraktive Weiterbildungsangebote in ihrer Entwicklung zu unterstützen und an die Region zu binden.

Zielgruppenorientierte Programme
Von besonderer Bedeutung ist es, hierbei globale gesellschaftliche Veränderungen zu berücksichtigen, bei denen auch auf die Unterstützung und Heranbildung von Spitzen-Know-how geachtet wird - unabhängig von formalen Ausbildungskriterien, Nationalität und Geschlecht. Derartige Initiativen ergänzen die Strategie der Förderung Benachteiligter (ältere ArbeitnehmerInnen, Frauen, Langzeitar¬beits¬lose, Behinderte Menschen, Personen, die vom Verlust des Arbeitsplatzes bedroht sind) des Europäischen Sozialfonds und des Arbeitsmarktservice.

In diesen zielgruppenorientierten Bereichen konzentriert sich der Zukunftsfonds besonders auf die Förderung innovativer Pilotansätze, die eine Basis schaffen, um in das Regelinstrumentarium der Förderung übernommen zu werden.

Projektbereiche:
Es werden daher Projekte unterstützt, die

  • die Internationalisierung der Aus- und Weiterbildung fördern;
  • im Ausbildungsbereich ein internationales Alleinstellungsmerkmal der Steiermark ermöglichen;
  • einen hohen Standard an TrainerInnen gewährleisten;
  • eine stärkere Abstimmung der Aus- und Weiterbildung mit der beruflichen Praxis fördern;
  • die Antizipation von technologischen Entwicklungen und Arbeitsmarkttrends verbessern;
  • die Chancengleichheit fördern und dabei einen besonders innovativen Charakter in ihrer Wirkung aufweisen, benachteiligten Personengruppen eine Beteiligung an der Informationsgesellschaft ermöglichen und ihre Rolle in den Zukunftsbranchen des Landes sichern;
  • die Rahmenbedingungen verbessern, um Männern und Frauen gleiche Chancen zur Teilnahme am Erwerbsleben zu bieten.

Jugend

Die Jugendlichen der Steiermark werden in den kommenden Jahren die Zukunftsregion gestalten und ihre Entwicklung mitbestimmen. Es gilt daher, selbständiges und im regionalen Selbstbewusstsein verwurzeltes Handeln, unternehmerisches Denken, intellektuelle Agilität und soziale Kompetenz der Jugendlichen besonders zu fördern.

Projekte des Zukunftsfonds Steiermark unterstützen daher die selbständige Beteiligung Jugendlicher an den maßgeblichen Lebensbereichen Wirtschaft, Kultur, Sozialwesen.

Interdisziplinarität und Interkulturalität können sowohl durch die Einbeziehung des gesamten Lebensraums Südost, aber auch in Hinblick auf die notwendige internationale Vernetzung gefördert werden. Beispiele dafür sind die Internationalisierung von Schulen, Pilotprojekte zur Vermeidung sozialer Exklusion (Behinderter, AusländerInnen etc.), Projekte, die besondere qualifizierende Zusatzangebote bieten, Projekte zur „Zukunftsentwicklung" - Jugendliche beteiligen sich an Unternehmen, gestalten selbständig Freizeitangebote zur Förderung ihrer Talente (zB Softwareentwicklung, Organisation von Ausstellungen, Sozialprojekte etc.)

 

Kunst / Kultur

Für qualifizierte Arbeitsplätze und international erfolgreiche Unternehmen ist auch ein regional differenziertes Kulturangebot ein wesentlicher Standortfaktor. Der Zukunftsfonds Steiermark fördert daher innovative Maßnahmen, die sowohl stärkere Vernetzung regionaler Kulturschaffender mit UnternehmerInnen als auch Systeme für deren finanzielle Beteiligung schaffen. Weiters wird die Beteiligung junger KünstlerInnen an internationalen Festivals, Ausstellungen und Kunstmessen sowie generell die Integration steirischer KünstlerInnen in die internationale Kunst- und Kulturszene unterstützt.

Gemessen werden die Projekte an ihrem Vernetzungscharakter (Kunst und neue Technologien; Kunst an Schnittstelle von Kulturkreisen - als Mittler zwischen Nachbarregionen), an ihrer Qualität und Innovativität sowie an der internationalen Aufmerksamkeit, die sie hervorrufen.

 
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