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9. Ausschreibung

Forschungsinfrastruktur an steirischen Hochschulen

Am 16. November 2017 beschloss die Steiermärkische Landesregierung einstimmig die folgenden 8 Projekte im Rahmen der 9. Ausschreibung des Zukunftsfonds Steiermark zum Thema „Forschungsinfrastruktur an steirischen Hochschulen" zu fördern.

ReFoxEnergie (9001)

Reversible Festoxidzellen für elektrochemische Energieumwandlung und -speicherung

Projektpartner:      Montanuniversität Leoben
                            Technische Universität Graz

Projektleitung:       Assoz.Prof. DI Dr. mont. Edith Bucher

Im Projekt „ReFoxEnergie" beschäftigen sich die Montanuniversität Leoben (Lehrstuhl für Physikalische Chemie) und die Technische Universität Graz (Institut für Wärmetechnik) mit der nachhaltigen und effizienten Energieumwandlung und -speicherung in Hochtemperaturbrennstoffzellen und Hochtemperaturelektrolysezellen. Im Speziellen wird die Reversible Festoxidzelle (RSOC) erforscht, welche je nach Bedarf mit hohem Wirkungsgrad entweder chemische Energie (z.B. in Form von Wasserstoff, Erdgas, Alkoholen oder Diesel) in elektrische Energie umwandelt oder Strom in Form von Wasserstoff, Synthesegas oder - mit nachgeschalteter Methanisierung - Methan speichert. Ziel ist ein tieferes Verständnis der elektrochemischen Vorgänge und Degradationsmechanismen von RSOCs, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit für zukünftige Anwendungen zu erhöhen.

INFRA FLOW (9003)

Integrierte Plattform zur kontinuierlichen Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe

Projektpartner:      Universität Graz
                            Technische Universität Graz

Projektleitung:       Ao. Univ. Prof. Mag. Dr. Christian Oliver Kappe

Die kontinuierliche Synthese bzw. Prozessführung entwickelt sich international zur Methode der Wahl für die effiziente und sichere Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe. Basierend auf den an UG und TUG laufenden Aktivitäten CC FLOW (K-Projekt) und RCPE (K-Zentrum) soll am Standort Graz nun ein einzigartiges Zentrum für Durchflusschemie und Prozesskontrolle errichtet werden. Dazu ist der Erwerb einer modularen Durchflusschemieplattform und die Integration mit dazugehörender Top-Analytik notwendig. Die damit entstehenden einzigartigen Möglichkeiten zur Durchführung kontinuierlicher Verfahren werden einerseits der steirischen Forschungslandschaft einen ansonsten nicht erreichbaren Innovations- und Sichtbarkeitsschub geben, und andererseits innovativen steirischen Betrieben die Etablierung konkurrenzfähiger kontinuierlicher Prozesse ermöglichen.

KRYO-SEM Präparationssystem (9004)

Gefrierbruch-Kryopräparationssystem für das Rasterelektronenmikroskop

Projektpartner:      Medizinische Universität Graz
                            Universität Graz
                            Technische Universität Graz

Projektleitung:       Dr. Dagmar Kolb-Lenz

Elektronenmikroskopische Verfahren zeichnen sich durch eine extrem hohe Auflösung („Bildschärfe") aus. Die Wellenlänge eines Elektronenstrahls ist ca. 100.000-fach kürzer als das sichtbare Licht und ermöglicht es dadurch kleinste, nur wenige Nanometer entfernte Strukturen voneinander abzugrenzen. Herausforderungen in der Elektronenmikroskopie biologischer Materialen sind einerseits, dass sich der Elektronenstrahl nur im Hochvakuum ausbreiten kann und andererseits, dass Probenvorbereitungsmaßnahmen (Entwässerung, Bedampfung, etc.) zu mannigfaltigen Artefakten führen. Das Kryo-SEM-Präparationssystem erlaubt es Probenmaterial bei Temperaturen bis -190°C über eine Hochvakuum-Präparationskammer und eine Transfereinheit ohne Qualitätsverlust unter Beibehaltung ihrer biologischen Integrität direkt in das Elektronenmikroskop einzuschleusen und so auf höchstem Stand der Technik zu untersuchen.

ECHOLAB Graz (9005)

Hochauflösender Ultraschall in der präklinisch-translationalen kardiovaskulären Forschung

Projektpartner: Medizinische Universität Graz
                      Universität Graz
                      Technische Universität Graz

Projektleitung: Prof. Dr. Beate Rinner

Unsere stetig älter werdende Gesellschaft steht vor der globalen Herausforderung altersbedingte Krankheiten zu bekämpfen. Im Fokus des Projektes ECHOLAB Graz stehen Untersuchungsmethoden für medizinische Fragestellungen rund um das Thema Stoffwechsel&Alternsforschung, insbesondere pathologische Prozesse im Umfeld von Herzinsuffizienz und Krebserkrankungen. Hochauflösende bildgebende Verfahren spielen eine Schlüsselrolle in der modernen Diagnostik und Therapieverlaufskontrolle. Ultraschall-Verfahren zeichnen sich, im Vergleich zur Computertomographie oder Magnet-Resonanz-Tomographie, durch Nebenwirkungsfreiheit und Untersuchungskomfort aus. Das beantragte hochauflösende Mikro-Ultraschall System für Tiermodelle unterstützt den Bereich der präklinischen Forschung und ermöglicht durch die hohe Daten-Qualität eine verbesserte Interpretierbarkeit von Daten und Bildern zum Nutzen für die personalisierte Medizin von morgen.

ASTEM Upgrade (9016)

„Direct-Electron-Detection" für das ASTEM Elektronenmikroskop

Projektpartner: Technische Universität Graz
                       Karl-Franzens-Universität Graz          
                       Medizinische Universität Graz

Projektleitung:  ao. Univ.-Prof. DI Dr. Gerald KOTHLEITNER

Das hochauflösende Transmissionselektronenmikroskop ASTEM ermöglicht die Untersuchung von Materialien mit atomarer Auflösung. Seit der Installation des Mikroskops im Sommer 2011 konnte eine Vielzahl von hochkarätigen Kooperationen mit steirischen Universitäten, aber auch mit internationalen Partnern realisiert werden, die breite internationale Anerkennung finden. Um den Anschluss an neueste wissenschaftliche Entwicklungen zu sichern, soll ein völlig neuartiger Elektronendetektor installiert werden, wodurch die Qualität der Ergebnisse, aber auch der Einsatzbereich des Mikroskops ganz entscheidend erweitert wird: Damit werden wissenschaftliche Herausforderungen wie die Untersuchung von strahlenempfindlichen Materialien bei atomarer Auflösung oder auch die direkte Abbildung von chemischen Bindungen in kristallinen Festkörpern ermöglicht.

aiMotionLab (9018)

Artificial Intelligence in Motion Laboratory

Projektpartner: FH JOANNEUM Gesellschaft mbH
                      Technische Universität Graz
                      Montanuniversität Leoben

Projektleitung: FH-Prof. PD DI Dr. Christian Vogel 

Das aiMotionLab ist eine kollaborative und interdisziplinäre Forschungsinfrastruktur dreier Hochschulen zur Entwicklung, Installation und Evaluierung von AI-Systemen (AI = Artificial Intelligence) für bewegte und vernetzte cyber-physische Systeme. Damit wird für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Steiermark der wichtige Bereich der AI-Forschung in einer praxisnahen und anwendungsorientierten Forschungsinfrastruktur vorangetrieben. Außerdem werden Studierende und Firmen auf die fortschreitende Digitalisierung der jeweiligen Tätigkeitsfelder vorbereitet.

NanoPEEM (9026)

Photoemissions-Elektronenmikroskopie an Nanomaterialien

Projektpartner: Universität Graz
                       Technische Universität Graz

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Martin Sterrer

Nano- und Quantenmaterialien bilden die Grundlage zukünftiger Hochtechnologie, wie der Entwicklung von neuartigen elektronischen und optischen Bauelementen, Sensoren oder Nanomaschinen. Von Physikern der Uni Graz und TU Graz wird ein in Österreich einzigartiges Zentrum zur detaillierten Charakterisierung dieser Materialien aufgebaut, welches hohes räumliches Auflösungsvermögen im Bereich einiger Nanometer und die Möglichkeit, ultraschnelle Prozesse im Femtosekundenbereich zu untersuchen, miteinander verbindet und somit neue Einblicke in die faszinierende Welt der Nanomaterialien und deren Funktion ermöglicht.

EAS-Lab (9027)

Energy Analytics & Solution Lab

Projektpartner: FH JOANNEUM GmbH
                      CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft

Projektleitung: FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Priv.Doz. Christof Sumereder

Im Rahmen des Projekts ENERGY ANALYTICS & SOLUTION LAB wird ein auf zwei Standorte verteiltes digitales Energieforschungslaboratorium errichtet. Mit dieser Forschungseinrichtung wird es möglich, wesentliche Bereiche der bestehenden und zukünftigen Energiewertschöpfungskette unter Laborbedingungen analytisch darzustellen und weiterzuentwickeln.  Dazu werden an den Standorten der FH JOANNEUM in Kapfenberg und der FH CAMPUS 02 in Graz erneuerbare Energieerzeugungsanlagen, Hybridnetze mit Energiespeichern, Lademöglichkeiten für die Elektromobilität und entsprechende Mess- und Automatisierungskomponenten installiert. Mit diesen Komponenten lassen sich bestehende wie zukünftige Energiefragestellungen und Geschäftsmodelle analysieren, ausbauen und weiterentwickeln. Zusätzlich wird das Labor auf die Untersuchung innovativer Ladetechnologien für die Elektromobilität und deren technische, elektromagnetisch verträgliche und gesundheitliche Auswirkungen ausgelegt.

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