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Leitlinien

Aktivitätsfelder und Schwerpunkte

Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur der Steiermark weist insgesamt im europäischen Vergleich noch Schwächen auf – so ergibt sich ein natürlicher Rückstand in der F&E-Quote der Unternehmen in der Steiermark, der durch die Branchenstruktur erklärbar ist. Eine Erhöhung der privaten Forschungsaktivitäten erfordert einen weiteren strukturellen Wandel in Richtung High-tech-Produkte und Dienstleistungen. Eine weitere Festigung und Sicherung des Standortes erfordert somit Unterstützungsleistungen in unterschiedlichsten Bereichen der Wirtschaft. Das Spektrum an möglichen Maßnahmefeldern reicht hierbei von Clustern über Träger für technologische Zukunftspotenziale bis hin zu Projekten nachhaltigen Wirtschaftens.

Der Zukunftsfonds wird daher folgende Unterstützungsmaßnahmen anbieten:

Unterstützung der Zukunftspotenziale von Unternehmen durch Programme zur Wirtschafts- und Technologieförderung

Programme, die der Wirtschafts- und Technologieförderung entsprechen, sollen jeweils von steirischen Förderungseinrichtungen vorgelegt werden (mit entsprechender Begründung über die jeweilige Zusätzlichkeit). Wesentlich ist dabei auch der Pilotcharakter solcher Programme; sie sollen somit nicht allein auf Awareness ausgerichtet sein, sondern durch ihre Implementierung einen innovativen Impuls bewirken können.

Überbetriebliche Förderung - Clusterorientierte Maßnahmen

Unterstützungswürdige Projektvorschläge sollen entweder helfen, bereits bestehende Cluster weiter zu entwickeln oder neue Initiativen in Sektoren mit hohem Potenzial entstehen zu lassen. Einerseits können Projektförderungen für Maßnahmen in den vorhandenen Clustern gewährt werden. Wesentlich ist die aktive Beteiligung von mehreren Clusterbetrieben in einem Projekt sowie das klare Aufzeigen eines langfristigen Nutzens für alle Beteiligten. Weiters werden neue Initiativen oder der Aufbau von strategischen Netzwerken unterstützt (Arbeiten und Sondierungen in den Vorphasen einer Clusterentwicklung sowie die notwendigen Maßnahmen zum Aufbau und zur Führung des Netzwerkes).

Initiativen zur Stärkung der Internationalisierung der Steiermark

Mit der noch jungen Osterweiterung der EU ergeben sich für die Steiermark neue Chancen. Mit der Integration von Teilen Sloweniens, Nordkroatiens und Westungarns in einen zukünftigen Wirtschaftsraum Südost bietet sich nicht nur die Möglichkeit der Belebung von Kooperationspotenzialen, sondern auch jene kritischen Massen bilden zu können, die im europäischen Standortwettbewerb interessant sind. Für eine aktive Zukunftsgestaltung der Steiermark sind Maßnahmen und Projekte notwendig, die dazu beitragen, die Vision eines derartigen Wirtschaftsraumes zu realisieren. Internationalisierung bedeutet in diesem Kontext somit vor allem Interregionalisierung der steirischen Wirtschaft. Von großem Interesse sind hier vor allem Projekte, die sowohl die Rahmenbedingungen für eine Zusammenarbeit erleichtern als auch die vorhandenen Kernkompetenzen respektive Leistungen der regionalen Betriebe auf diesem neuen Markt gezielt positionieren.

Initiativen, die nachhaltiges Wirtschaften anstreben

Strategien und Methoden nachhaltigen Wirtschaftens haben sich in den vergangenen Jahren zu einem Kernbereich steirischer Innovation entwickelt. Diese Kompetenzen sollten gezielt weiterentwickelt werden, zumal die langfristigen Chancen für derartige Kompetenzen im (erweiterten) gemeinsamen europäischen Markt weiterhin wachsen dürften.

 

Wissenschaft, Forschung, Technologie

Standortpolitik wird zunehmend zur Innovations- und Technologiepolitik. Die Steiermark vertritt hier eine vergleichsweise starke Position, bei der allerdings strukturelle Defizite im Innovationsverhalten sowie eine eher defensive Innovationsstrategie bestehen. Neue Rahmenbedingungen in diesem Bereich würden eine erweiterte Gestaltungsfreiheit ermöglichen (zB Vollrechtsfähigkeit der Universitäten). Um bestehende Defizite auszugleichen und die erweiterte Gestaltungsfreiheit zu nützen, unterstützt der Zukunftsfonds folgende Initiativen:

Initiativen zur Sicherung und Verbesserung des wissenschaftlichen Humankapitals

Unterschiedlichen Formen der Akquisition von hochqualifizierten Personen für die Arbeit in Forschung und Lehre und in der unternehmerischen F&E wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

Initiativen zur Verknüpfung von Wissenschaft und Wirtschaft

Förderungswürdig sind Initiativen und Pilotprojekte, die eine Vernetzung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt soll auf Initiativen und Projekten liegen, die die Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in wirtschaftlich verwertbare Produkte oder Dienstleistungen zum Inhalt haben. Im Sinne der bereits vorher dargestellten Programmorientierung der Forschung sind hier auch Kompetenzzentren-Programme zu nennen. Durch den Zukunftsfonds Steiermark sollen insbesondere Kompetenzzentren gefördert werden, in denen eine programmorientierte Forschung unter Einbeziehung von Wirtschaftsunternehmen durchgeführt wird.

Initiativen zur Unterstützung der Internationalisierung

Gefördert werden Programme zur Unterstützung der Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung sowie Initiativen zur Positionierung der Steiermark als Forschungs- und Technologiestandort im Rahmen des Europäischen Forschungsraumes.

Anschubfinanzierung für neue Forschungsbereiche und Institute

Derartige Vorhaben können gefördert werden, wenn eine ausreichende Einbettung in die regionale Wirtschaft gewährleistet ist und/oder internationale Anziehungskraft und Ausstrahlung erreicht werden kann.

Weitere Forschungsprogramme

Hier werden insbesondere interdisziplinäre Forschungsprogramme gefördert, an denen sich sowohl Experten aus Technik und Naturwissenschaften als auch aus Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften beteiligen. Diese Forschungsprogramme sollen Optionen eröffnen und zu einem besseren Verstehen von Entwicklungen, von denen die Steiermark (potenziell) betroffen ist, beitragen und „Orientierungswissen“ vermitteln.

 

Qualifikation

Die regionale Innovationsfähigkeit ist besonders vom Qualifikationsniveau des Arbeitskräfte abhängig. Um im internationalen Wettbewerb einen Spitzenplatz einnehmen zu können, ist es notwendig, sowohl im Bereich sozialer Integration neue Wege zu gehen als auch vorhandene Stärken bewusst weiter auszubauen und hochqualifizierte Arbeitskräfte (und damit Betriebe) unter anderem durch attraktive Weiterbildungsangebote in ihrer Entwicklung zu unterstützen und an die Region zu binden.

Zielgruppenorientierte Programme

Von besonderer Bedeutung ist es, hierbei globale gesellschaftliche Veränderungen zu berücksichtigen, bei denen auch auf die Unterstützung und Heranbildung von Spitzen-Know-how geachtet wird - unabhängig von formalen Ausbildungskriterien, Nationalität und Geschlecht. Derartige Initiativen ergänzen die Strategie der Förderung Benachteiligter (ältere ArbeitnehmerInnen, Frauen, Langzeitar­beits­lose, Behinderte Menschen, Personen, die vom Verlust des Arbeitsplatzes bedroht sind) des Europäischen Sozialfonds und des Arbeitsmarktservice.

In diesen zielgruppenorientierten Bereichen konzentriert sich der Zukunftsfonds besonders auf die Förderung innovativer Pilotansätze, die eine Basis schaffen, um in das Regelinstrumentarium der Förderung übernommen zu werden.

Projektbereiche:
Es werden daher Projekte unterstützt, die

  • die Internationalisierung der Aus- und Weiterbildung fördern;
  • im Ausbildungsbereich ein internationales Alleinstellungsmerkmal der Steiermark ermöglichen;
  • einen hohen Standard an TrainerInnen gewährleisten;
  • eine stärkere Abstimmung der Aus- und Weiterbildung mit der beruflichen Praxis fördern;
  • die Antizipation von technologischen Entwicklungen und Arbeitsmarkttrends verbessern;
  • die Chancengleichheit fördern und dabei einen besonders innovativen Charakter in ihrer Wirkung aufweisen, benachteiligten Personengruppen eine Beteiligung an der Informationsgesellschaft ermöglichen und ihre Rolle in den Zukunftsbranchen des Landes sichern;
  • die Rahmenbedingungen verbessern, um Männern und Frauen gleiche Chancen zur Teilnahme am Erwerbsleben zu bieten.
 

Jugend

Die Jugendlichen der Steiermark werden in den kommenden Jahren die Zukunftsregion gestalten und ihre Entwicklung mitbestimmen. Es gilt daher, selbständiges und im regionalen Selbstbewusstsein verwurzeltes Handeln, unternehmerisches Denken, intellektuelle Agilität und soziale Kompetenz der Jugendlichen besonders zu fördern.

Projekte des Zukunftsfonds Steiermark unterstützen daher die selbständige Beteiligung Jugendlicher an den maßgeblichen Lebensbereichen Wirtschaft, Kultur, Sozialwesen.

Interdisziplinarität und Interkulturalität können sowohl durch die Einbeziehung des gesamten Lebensraums Südost, aber auch in Hinblick auf die notwendige internationale Vernetzung gefördert werden. Beispiele dafür sind die Internationalisierung von Schulen, Pilotprojekte zur Vermeidung sozialer Exklusion (Behinderter, AusländerInnen etc.), Projekte, die besondere qualifizierende Zusatzangebote bieten, Projekte zur „Zukunftsentwicklung“ - Jugendliche beteiligen sich an Unternehmen, gestalten selbständig Freizeitangebote zur Förderung ihrer Talente (zB Softwareentwicklung, Organisation von Ausstellungen, Sozialprojekte etc.)

 

Kunst / Kultur

Für qualifizierte Arbeitsplätze und international erfolgreiche Unternehmen ist auch ein regional differenziertes Kulturangebot ein wesentlicher Standortfaktor. Der Zukunftsfonds Steiermark fördert daher innovative Maßnahmen, die sowohl stärkere Vernetzung regionaler Kulturschaffender mit UnternehmerInnen als auch Systeme für deren finanzielle Beteiligung schaffen. Weiters wird die Beteiligung junger KünstlerInnen an internationalen Festivals, Ausstellungen und Kunstmessen sowie generell die Integration steirischer KünstlerInnen in die internationale Kunst- und Kulturszene unterstützt.

Gemessen werden die Projekte an ihrem Vernetzungscharakter (Kunst und neue Technologien; Kunst an Schnittstelle von Kulturkreisen – als Mittler zwischen Nachbarregionen), an ihrer Qualität und Innovativität sowie an der internationalen Aufmerksamkeit, die sie hervorrufen.

 
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