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L001: Etablierung einer Forschungsinfrastruktur für Biobanken und biologische Ressourcen an der Medizinischen Universität Graz

Laufzeit: 01.11.2010 bis 30.06.2018

Medizinische Universität Graz

Biobanken sind Einrichtungen für die systematische Sammlung und Aufbewahrung biologischer Proben und der damit assoziierten Daten in strukturierter, auswertbarer Form. Humane Biobanken enthalten Gewebeproben, Blutproben (Serum, Plasma, etc.) oder andere Körperflüssigkeiten, sowie Zellen und DNA-Proben menschlichen Ursprungs. Sie stellen interdisziplinäre Forschungsplattformen dar, deren Bedeutung neben der Identifizierung und Validierung von Biomarkern und der Entwicklung neuer Therapieansätze (drug discovery) vor allem in der Entwicklung systembiologischer Modelle zur Erforschung der Krankheitsmechanismen liegt. Sie dienen der Erforschung der Funktion menschlicher Gene, deren Interaktion mit Umweltfaktoren und der Krankheitsursachen auf molekularer Ebene. So werden humane Biobanken zunehmend auf dem Gebiet Gesundheitsvorsorge und der Versorgungsplanung Bedeutung erlangen und sich damit als unverzichtbare Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitswesens erweisen. In diesem Sinn stellen sich Biobanken als zentrale Schlüsselressource dar, die die Effizienz medizinischer Forschung steigern. Humane Proben sind nicht nur die kostbarste Ressource medizinischer Forschung, sie sind auch nur in beschränktem Umfang verfügbar. Die gemeinsame und synergische Nutzung dieser Ressource wird viele Forschungsprojekte überhaupt erst möglich machen. Nicht zu letzt haben Biobanken damit das Potential, langfristig die Kosten im Gesundheitswesen bzw. Forschungs- und Entwicklungskosten zu senken.

Die Medizinische Universität Graz hat die Biobank als ein strategisches Entwicklungsprojekt aufgegriffen, das die langjährige Vorentwicklung sowie die lokalen Stärken des Klinikums (hohe Patientenzahlen, breites Patientenkollektiv, bestehende Gewebesammlungen, etc.) in idealer Weise mit den aktuellen wissenschaftlichen Trends zur Deckung bringt und eine Möglichkeit für eine starke und vorteilhafte internationale Positionierung schafft.

Auch international entwickeln sich mehr und mehr einschlägige Initiativen. Zu nennen sind auf Ebene der OECD die Entwicklung der „Biological Resource Centres (BRC)", im 7. Rahmenprogramm der Europäischen Union die „Innovative Medicine Initiative (IMI)" und das „Strategy Forum on Research Infrastructures (ESFRI)", aus dem das Programm „Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure (BBMRI)" hervorgegangen ist.

Als strategische Entwicklungseinrichtung für die Biomedizinische Wissenschaft in Steiermark soll die Biobank zentral als Forschungsinfrastruktur positioniert und gefördert werden. Dadurch können die österreichischen WissenschaftlerInnen vorteilhafte interdisziplinäre Forschung betreiben und in Europa oder weltweit die österreichische Forschung im Spitzenfeld der Academic Society betreiben. Das vorgeschlagene Projekt zielt auf die infrastrukturelle Einrichtung der Biobank eingebettet in das österreichische Biobank - Netzwerk und das europäische BBMRI - Projekt, ab. Aufgrund der bestehenden Gewebesammlungen, der jahrelangen Aufbauarbeit und dem daraus entstandene Know how hat die Steiermark die einmalige Chance, sich mit der Forschungsinfrastruktur europaweit an vorderster Front zu positionieren. Als zentrale Schlüsselressource stellt die Biobank einen idealen Hebel für die nachhaltige Förderung und Entwicklung der Forschungsinfrastrukturen in Österreich dar.

Biobank © Med Uni Graz
Biobank
© Med Uni Graz
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